Die Bestattung

Wenn ein Mensch stirbt.

„Mitten wir im Leben sind
mit dem Tod umfangen …“

Beizeiten darüber sprechen

Über Sterben, Tod, Bestattung zu reden, fällt den meisten Menschen verständlicher Weise schwer. Doch es ist gut, diese Hemmung zu überwinden und mit einer Person des Vertrauens einmal in Ruhe darüber zu sprechen: Was ist mir wichtig und was nicht, welche Vorlieben, Wünsche und Abneigungen bestehen? Wo und wie möchte ich begraben sein? Erd- oder Feuerbestattung, Gemeinschaftsanlage oder Einzelgrab, anonym oder mit Namen? Gerade weil es heute so viele Möglichkeiten gibt, die alle ihr Für und Wider haben, ist es gut, manches zu klären und aufzuschreiben. Schon ein kleines Blatt, auf dem die wichtigsten Punkte festgehalten sind, ist später eine große Hilfe für die Angehörigen bei ihrem Bemühen, den Abschied im Sinne des Verstorbenen zu gestalten. Auch Ihre Pfarrerin und Ihr Pfarrer sind gern bereit, mit Ihnen solche Fragen zu besprechen. Sie kennen nicht nur die Bedingungen auf dem Friedhof, sondern haben auch Erfahrung mit den seelsorgerlichen Aspekten, die bei den praktischen Entscheidungen mitbedacht sein wollen.

Hilfen am Lebensende

Die »Diakoniestation« der Evangelischen Kirche in Tübingen und verschiedene andere Sozialstationen und Pflegedienste bieten bei Bedarf umfassende Hilfe bei der häuslichen Pflege auch in der letzten Phase eines Lebens. Die Tübinger »Hospizdienste« übernehmen Sitzwachen und eine sich zuwendende Begleitung. Das »Tübinger Projekt« hilft vor allem Patienten mit starken Schmerzen. Gerade auch bei schwerer Krankheit oder nahendem Lebensende besteht die Möglichkeit, sich an den Pfarrer oder die Pfarrerin zu wenden: Besuche und Gespräche, Zuwendung, Gebet und Segen sind Hilfestellungen Ihrer Gemeinde.

Wenn ein Mensch gestorben ist

Wenn ein Mensch, der uns nahe stand, gestorben ist, treiben uns viele Gefühle um. Man selbst ist wie gelähmt. Wir stehen vor der Aufgabe, einen Menschen loszulassen, Tod und Trennung zu akzeptieren. Wenn Sie Arzt oder Ärztin informiert haben, ist Zeit zum Abschied nehmen! Sie können eine Kerze anzünden, ein Gebet sprechen, den Verstorbenen noch einmal in den Arm nehmen, das gemeinsame Leben erinnern. Im Evangelischen Gesangbuch finden Sie Gebete und Texte zum Abschied (ab Nummer 828). Informieren sie die Menschen, die dabei sein sollen und die Sie gerne dabei haben wollen. Schnelles Handeln ist nicht notwendig, denn die Verstorbenen dürfen bis zu 36 Stunden daheim bleiben. Wenn die Verstorbene im Pflegeheim oder im Krankenhaus ist, bitten Sie das Personal um Zeit und Raum zum Abschied nehmen. Pfarrer und Pfarrerinnen sind gerne bereit, zu  einer Aussegnung ins Haus zu kommen.

Viele Entscheidungen und Aufgaben kommen nun auf Sie zu. Dazu gehört auch, den Pfarrer oder die Pfarrerin zu verständigen. In der Regel ist das der Pfarrer/die Pfarrerin, zu dessen Gemeinde der Verstorbene zuletzt gehört hat. Mit ihm oder ihr vereinbaren Sie den Termin zum Trauergespräch und stimmen den Termin für die Trauerfeier und die Bestattung ab. Wenn die Form der Bestattung für Sie noch offen ist  – Erdbestattung, Urnenbestattung oder anonyme Bestattung – können Sie diese Fragen schon vorab mit Ihrem Pfarrer oder Ihrer Pfarrerin klären. Sie helfen auch dabei, die Traueranzeige zu gestalten.

Die Kirchengemeinde, zu der die Verstorbene gehört, nimmt in der Regel im nächsten Sonntagsgottesdienst von ihrem Gemeindeglied Abschied. Dabei wird für den Verstorbenen und seine Angehörigen gebetet.

Trauerfeier

Die kirchliche Trauerfeier ist ein Gottesdienst, in dem das Leben der Verstorbenen vor Gott zur Sprache kommt und die christliche Hoffnung ausgedrückt wird, dass der verstorbene Mensch bei Gott aufgehoben ist. Meistens findet die kirchliche Trauerfeier in der Friedhofskapelle statt. Zum Trauergottesdienst gehören Musik und Lieder, Lesungen aus der Bibel und Gebete sowie die Ansprache des Pfarrers bzw. der Pfarrerin. Im Trauergottesdienst spielt gewöhnlich die Orgel,  nach Absprache sind auch andere Instrumente möglich. Wer ist zuständig für die Trauerfeier? Die kirchliche Trauerfeier wird normalerweise von  dem Pfarrer bzw. der Pfarrerin der Kirchengemeinde gehalten, in der die Verstorbene zuletzt gewohnt hat. Dazu können sich die Angehörigen direkt an den betreffenden Pfarrer wenden oder auch das Bestattungsinstitut bitten, den Kontakt zu vermitteln.

Trauergespräch

Normalerweise besucht Sie Ihr Pfarrer oder Ihre Pfarrerin nach vorheriger Absprache zum Trauergespräch zuhause. Wenn Sie es wünschen, kann das Trauergespräch aber auch im Pfarrhaus stattfinden. Das Trauergespräch dient dazu, über die verstorbene Person und über die Beziehung der Angehörigen zu ihr zu sprechen und die Trauerfeier vorzubereiten. Da Pfarrer zur Verschwiegenheit verpflichtet sind, können Sie mit Ihrem Pfarrer offen über die verstorbene Person und über Ihre eigene Situation sprechen. Was dabei im geschützten Raum des Trauergespräches besprochen wird, muss nicht bei der öffentlichen Trauerfeier zur Sprache kommen. Gerne können Sie im Trauergespräch Ihre Vorschläge für die musikalische Gestaltung und für den Bibeltext einbringen, der der Ansprache zugrunde liegen soll. In Absprache mit Ihrem Pfarrer bzw. Ihrer Pfarrerin werden dann Lieder und Musikstücke und anderes festgelegt. Auch an welcher Stelle eventuell ein Nachruf erfolgen soll, wird besprochen.

Hilfe für Trauernde

Falls Sie nach dem Abschied auf dem Friedhof gerne die Trauerpredigt, Gebete und Lieder nachlesen und nachempfinden mögen, sprechen Sie Ihre Pfarrerin oder Ihren Pfarrern darauf an! Sie geben Ihnen gern etwas zum Nachlesen. Es wird leiser. Gäste sind abgereist, Briefe sind beantwortet. Manche Menschen sprechen Sie in der Trauer an – andere scheuen sich. Das Grab – ein Ort der Erinnerung. Ein gesuchter Ort? Oder auch einer, den Sie meiden? Wie leben mit Trauer und Schmerz? Wenn Sie einen Besuch wünschen, scheuen Sie sich nicht, Ihre Pfarrerin oder Ihren Pfarrer darum zu bitten. Sie möchten Ihrem Schmerz Raum geben? Es gibt auch in Ihrer Nähe Kreise, die speziell für Menschen in Trauer da sind und die unter erfahrener Anleitung Trauernde begleiten. Sie finden eine solche Gruppe mit Hilfe Ihres Pfarramtes vor Ort. Sie möchten neu auf Menschen zugehen? Auch in Ihrer Kirchengemeinde gibt es Gruppen und Kreise, die offen sind für Neue, für Junge und Alte – vom Chor bis zum Gesprächskreis.
Übrigens: Am Totensonntag gedenkt die Gemeinde Ihrer Verstorbenen. Zu diesem Gottesdienst sind Sie besonders herzlich eingeladen.

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Trauerflyer

Kontakt

Pfarramt Stiftskirche
Tel. 07071/43151
E-Mail: pfarramt@stiftskirche-tuebingen.de