Glockenspiel der Stiftskirche

 

Bild: U. Metz

 

Seit Ostern 2014 verfügt die Stiftskirche Tübingen über ein Glockenspiel! Tübingen hat nun ein öffentliches Musikinstrument, das vom Stiftskirchenturm zu den christlichen Festen und bestimmten Anlässen Melodien über die Stadt klingen lassen kann.

Zwei neue Glocken bilden mit den sieben vorhandenen (zwischen 50 und 602 Jahre alten) Glocken eine dorische Tonleiter.
•    Mit Hilfe von neun speziellen Schlaghämmern können die Töne einzeln angeschlagen und über eine Tastatur gespielt werden.
•    So werden die Glocken zum Instrument, das Melodien erklingen lassen kann.
•    Freie Tonfolgen, aber auch über 70 Lieder aus dem Gesangbuch lassen sich mit den neun Tönen spielen, ein Computer kann sie speichern und auf Wunsch oder zu programmierten Zeiten auslösen.

 

Glockenspielordnung für die Tübinger Stiftskirche

Wochentag   Mittagsgebet (11.55 Uhr)   Feierabend (17.55 Uhr)   Abendgebet
Montag - Samstag   EG 421 Verleih uns Frieden   Nach Ostern: EG 99 Christ ist erstanden  

Montag bis Freitag: Georgi: 23.4. bis Michaelis 28.9. 20.10 Uhr: EG  511 Weißt du, wie viel Sternlein stehen

 

Montag bis Freitag: Michaelis 29.9 bis Martini 10. 11., 19.10 Uhr: EG 482 Der Mond ist aufgegangen

 

Montag bis Freitag: Martini 11.11. bis Matthias 23.2., 18.10 Uhr: EG 482 Der Mond ist aufgegangen

 

 

Montag bis Freitag: Matthias 24.2. bis Georgi 22.4., 19.10 Uhr: EG 482 Der Mond ist aufgegangen


        Nach Pfingsten: Nun bitten wir den heiligen Geist  
        Nach dem 1.-20. Sonntag nach Trinitatis: EG 322 Nun danket all´ bzw. EG 324 Ich singe dir mit Herz und Mund  
        Nach dem Drittletzten So bis Samstag nach dem Ewigkeitssonntag: EG 147 Wachet auf  
        Nach den Adventssonntagen: EG 17 Wir sagen euch an den lieben Advent  
        Weihnachtsfestkreis: s.u. gesondert  
        7. Januar bis Invokavit (Termin hängt vom Ostertermin ab): EG 27 Lobt Gott, ihr Christen bzw. EG 73  Auf, Seele, auf und säume nicht  
        Passionszeit ab Montag nach Invokavit bis Gründonnerstag: EG 85 O Haupt voll Blut und Wunden  
        Karfreitag und Karsamstag schweigen die Glocken  
Sonntag   Für Gottesdienste frei wählbar   Wegen möglicher Konzertzeiten nicht belegbar
             
Weihnachtszeit ab 25. Dezember bis 6. Januar (nur zwei eingespeicherte Zeiten, um nicht mit den Gottesdienstzeiten zu kollidieren, kein Läuten zum Abendgebet!).
             
Datum   10.55 Uhr (11 Uhr Gd.-zeit)   nachmittags ca. 14.55 Uhr
24. 12.   Frei wählbar   Frei wählbar    
25. 12.- 6.1.   EG 23 Gelobet seist du, Jesu Christ   EG 44 O du fröhliche, o du selige
             

Aktuelles

23.10.2015 Was lange währt, läutet endlich!
Glockenspielprojekt abgeschlossen

Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen: Seit 8. Oktober läuten die Stiftskirchenglocken jetzt dreimal am Tag eine Melodie: um 11:55 Uhr „Verleih uns Frieden gnädiglich“, um 17:55 Uhr je nach Kirchenjahreszeit eine passende Melodie, zurzeit „Ich singe dir mit Herz und Mund“, und um 19:10 Uhr (ab Martini 11.11. um 18:10 Uhr): „Der Mond ist aufgegangen“.
Möglich macht das die komplizierte Programmierung des Glockencomputers, die jetzt nach mehreren Anläufen gelungen ist. Die Läuteordnung mit Melodien aus dem Evangelischen Gesangbuch, die mit den neun Turmglocken realisierbar sind, wurde sekundengenau für das ganze Kirchenjahr eingespeichert. Außerdem lassen sich zehn der siebzig von dem Initiator des Glockenspiels, Hans-Peter Braun, eingespielten Melodien jederzeit vom Turm oder Vorplatz aus abrufen. Großer Dank gilt an dieser Stelle Markus Baur aus der Stiftskirchengemeinde, der als Computerfachmann vor Ort eine unersetzliche Hilfe war.
Der glückliche Abschluss des Glockenprojekts wurde zu Beginn des Kirchenjahres, am 1. Advent 2015, gefeiert.

19.09.2014 Glockenmelodien werden eingespeichert
In den kommenden zwei Wochen werden 70 Melodien aus dem  Evangelischen Gesangbuch von Hans-Peter Braun, dem Initiator des Projekts, in den neuen Glockencomputer der Tübinger Stiftskirche eingespielt. Da eine Klangkontrolle notwendig ist, kann das nicht stumm geschehen. Wer also lauschen will oder gar erraten, um welches Lied es sich handelt, der sollte an folgenden Terminen die Ohren spitzen: Jeweils kurz nach dem Stundenschlag um 18.00 Uhr werden an folgenden Tagen die Glocken für eine Viertelstunde Melodien spielen:
Am Donnerstag, 25. September, am Dienstag 30. September, am Mittwoch, 1. Oktober, am Donnerstag 2. Oktober und am Mittwoch 8. Oktober. Wundern Sie sich nicht, wenn auch Weihnachtslieder wie "O du fröhliche" dabei sind. Mit dem Beginn des neuen Kirchenjahres am 1. Advent, wird dann die neue Läuteordnung in Kraft treten.

27.05.2014 Die Stiftskirchenglocken läuten Pfingstlieder
Am Pfingstsonntag, 8. Juni wird Hans-Peter Braun als "Zugabe" nach dem Gottesdienst um 11.15 Uhr das neue, per Tastatur steuerbare Hammerwerk für die Stiftskirchenglocken erläutern. Anschließend wird er um 11. 30 Uhr das Glockenspiel mit Pfingstchorälen erklingen lassen.
Am Tag des Offenen Denkmals, Sonntag, 14. September soll das Glockenspiel um 12.05 und 13.05 Uhr gespielt werden. Um 15. 05 Uhr  ist ein "Wunschkonzert" nach ausgeteilter Liste geplant.
Mit dem neuen Kirchenjahr ab 1. Advent 2014 soll dann die Läuteordnung für das ganze Jahr erstellt sein.

31.03.2014 Zwei neu gegossene Glocken sind am Montag, 31. März in der Stiftskirche eingetroffen.
Das seit 15 Jahren verfolgte Projekt „Glockenspiel“ wird damit jetzt Wirklichkeit: Zusammen mit den sieben im Turm vorhandenen Glocken bilden die beiden neuen eine Tonleiter. Über eine tragbare Tastatur mit neun Tasten oder über eine Computer-Programmierung können die neun Glocken mit Hämmern angeschlagen werden, sodass Melodien erklingen.

SWR-Radioreportage vom Markus Beschorner [mp3]

Das von Hans-Peter-Braun, Stiftsmusikdirektor und 1. Stiftsorganist i.R., initiierte Projekt kostet insgesamt rund 55.000 Euro, die ausschließlich aus Spenden finanziert werden. Nachdem die benötigte Spendensumme im vergangenen Jahr erreicht wurde, konnten die beiden neuen Glocken bei der Glockengießerei Rincker im hessischen Sinn (Lahn-Dill-Kreis) bestellt werden. Am Montag, 31. März war es dann so weit: Glockengießer Hubert Kossmann brachte die beiden 380 und 350 Kilogramm schweren Glocken mit Unterstützung von Pfarrer Dr. Karl Theodor Kleinknecht und Mesner Rolf Kern in die Stiftskirche. Dort musste zunächst das gotische Kreuzrippengewölbe im Turm geöffnet werden, um die beiden Glocken mit Hilfe von Flaschenzügen im Turm bis zum Glockenstuhl in rund 30 Metern Höhe hieven zu können. Wenn alles klappt, sollen die beiden neuen Glocken, die auf die Töne h und cis gestimmt sind, bis zum morgigen Dienstag an ihrem Platz neben dem Glockenstuhl hängen. Im Glockenstuhl machen sich die sieben bis zu 600 Jahre alten Glocken schon so breit, dass kein Platz mehr für die neuen war. Weil die neuen jedoch nicht schwingen, sondern nur angeschlagen werden, brauchen sie auch keine so stabile Aufhängung.

Bilder

Pfarrer Dr. Kleinknecht beruhigt die Anwohner, die in keinem Fall mit vermehrtem Glockenklang rechnen müssen: Die Stadt habe vor der Genehmigung ein Gutachten zur Klang-Emission verlangt, zudem habe man sich darauf verständigt, dass das normale Geläut entsprechend abgekürzt werde, wenn noch eine Melodie vom Glockenspiel erklingen soll. Initiator Hans-Peter Braun freut sich auf die Fertigstellung. Er hat bereits ein Notenbuch mit 56 Kirchenliedern zusammengestellt, die sich mit den neun Glocken spielen lassen. Wenn alles klappt, soll erstmals am Ostermorgen das Lied „Christ ist erstanden“ vom Stiftskirchenturm erklingen.

Geschrieben von Pressepfarrer Peter Steinle am 31.03.2014.

17.03.2014 - Das Glockenspiel kommt!
„Christ ist erstanden“ - wenn mit dem Einbau alles klappt, werden das an Ostern die ersten Töne sein, die vom lang ersehnten Glockenspiel erklingen. Mit ihm lassen sich dann Melodien auf den ehrwürdigen Stiftskirchenglocken Ton für Ton anschlagen und über eine Tastatur spielen.
Fast 7 Jahre hat es gedauert, bis das von Hans Peter Braun ersonnene, in dieser Weise wohl einmalige Projekt aus vielen kleineren und einer sehr großen Spende finanziert und alle Genehmigungsverfahren und technischen Vorprüfungen abgeschlossen waren.
Nun werden Ende März die beiden neu gegossenen (kleinen) Glocken über dem Glockenstuhl aufgehängt. Sie erweitern das Spektrum der sieben vorhandenen Glo-ckentöne auf neun und damit das Repertoire möglicher Liedmelodien erheblich. Außerdem bekommt jede Glocke einen Anschlaghammer, und das Ganze wird von einem Computer gesteuert, der die Melodien auch speichern und zur gewünschten Zeit wieder abspielen kann.

Damit geht der große Wunsch unseres 1. Organisten Hans Peter Braun in Erfüllung, der für die Silvesternacht 1999 die Idee entwickelte, alle Tübinger Kirchenglocken zu einem Glockenspiel vereint musizieren zu lassen.
Nun sind wir gespannt, wie es funktioniert und danken allen, die es ermöglicht haben.
Um manchen nachbarschaftlichen Befürch-tungen zuvorzukommen: Die neuen Mög-lichkeiten werden die Menge an Schalle-missionen in der Stadt nicht vermehren, dazu wird die Läuteordnung entsprechend angepaßt.      

Wir sind gespannt, Näheres bald in der Tagespresse!                                              
Karl Th. Kleinknecht

28.11.2013 - Das „Glockenspiel“-Projekt wird ´- dank einer großzügigen Einzelspende und nach längerem Genehmigungs- und technischem Klärungsverfahren - Wirklichkeit.
Am 8. November wurden in der Glockengießerei Rincker im hessischen Sinn die beiden kleinen dazu noch nötigen zusätzlichen Glocken (h‘ cis“) gegossen. Ende Februar / Anfang März werden sie montiert und die Schlaghämmer für alle dann vorhandenen 9 Glocken eingebaut. Und dann kann man in der Tat auf einem kleinen Keyboard auf den Stiftskirchenglocken Melodien spielen, speichern und zur gewünschten Zeit erklingen lassen. Zum Beispiel „Christ ist erstanden“ am Ostermorgen. Oder eine Weihnachtsstrophe im Dialog mit Posaunenbläsern auf dem Turm oder Holzmarkt ...
Ein solches „Glockenspiel“ (oder sollte man‘s lieber „Geläut-Spiel“ nennen?) unter Einbeziehung der alten Kirchenglocken (bis hin zur 600jährigen Dominica, die sich ja zum Jubiläum 2011 so sehr einen Hammer gewünscht hatte) ist – soweit wir wissen – bisher einmalig in Deutschland. Viele freuen sich darauf, vor allem aber Hans Peter Braun, dem die Idee dazu in der Silvesternacht 1999/2000 kam…
PS. Für die Nachbarn der Kirche sei sogleich hinzugefügt: Sie werden dadurch nicht mehr Glockenklang haben als bisher. Wenn zum Beispiel ein Abendlied nach dem Abendge-betsläuten erklingt, wird das Abendläuten dafür entsprechend verkürzt.
Karl Th. Kleinknecht

Vorgeschichte

Unsere Stiftskirche wird seit Jahrhunderten als Wahrzeichen unserer Stadt wahrgenommen. Das sonntägliche Geläut lädt nicht nur die Gottesdienstbesucher zum Innehalten in ihrem wöchentlichen Trott ein. Seit Jahren verfolgt Stiftsmusikdirektor Hans-Peter Braun die grandiose Idee, aus den sieben Glocken mit Hammerwerk per Tastatur ein Glockenspiel zu machen.

1999/2000 vereinte Hans-Peter Braun alle Glocken der Innenstadtkirchen zu seiner großen Glockenkomposition ‚Klangzeiten’. „Aus dieser Zeit stammt der Einfall, die Glocken der Stiftskirche als Glockenspiel spielbar zu gestalten“, erzählt Braun.

Auch beim Kirchengemeinderat der Stiftskirche kamen diese Gedanken gut an. „An Ostern könnte zum Beispiel die Melodie von ‚Christ ist erstanden’ erklingen“, erklärt Hans-Peter Braun die neuen Möglichkeiten, „denkbar ist auch, daß das Mittagsläuten zur touristischen Attraktion werden könnte, wenn ihm immer eine Melodie vorausginge
Entsprechend dem Beschluß des Kirchengemeinderats wird nun das Ziel verfolgt, die Glocken mit Hilfe eines Hammerwerkes und über eine Tastatur zum Klingen zu bringen. Um die Zahl der spielbaren Melodien zu erhöhen, müssten außerdem noch zwei kleinere Glocken gegossen werden, die nicht schwingen, sondern nur mit dem Hammer angeschlagen werden. Hans-Peter Braun hat bereits ein kleines Liederbuch verfasst, das die spielbaren Melodien des Gesangbuchs in den notwendigen Transpositionen enthält.

Die Kosten für das Ganze sind auf 35.000 € veranschlagt. Natürlich kann ein solches Liebhaber-Projekt nur aus freiwilligen Spenden finanziert werden, nicht aus Steuer- oder Gemeindemitteln. Also suchen wir nun weitere Liebhaber, die mithelfen, es weiter zu verfolgen und populär zu machen und bitten alle, denen es gefällt, um ihre finanzielle Unterstützung auf's Stiftskirchenkonto 135 803 bei der Kreisparkasse Tübingen, BLZ 64150020, mit dem Vermerk „Glockenspiel“ (und Ihrer Anschrift im Verwendungszweck für die Spendenbescheinigung).

Links und Downloads

SWR-Radioreportage vom Markus Beschorner [mp3]

Schwäbisches Tagblatt: Das neue Glockenspiel der Stiftskirche

Schwäbisches Tagblatt: Stiftskirchenorganist Braun stellt das Glockenspiel vor

Youtube: Erschienen ist der herrlich Tag

Der Informations-Flyer zum Glockenspielprojekt als Download.

Mehr zu unseren Glocken erfahren Sie hier.

Spendenkonto

Empfänger: Stiftskirche Tübingen
Konto-Nr. 135 803
BLZ 641 500 20
Kreissparkasse Tübingen
Verwendungszweck: Glockenspiel

Videos

Christ ist erstanden from Hans-Peter Braun on Vimeo.

O Haupt voll Blut und Wunden from Hans-Peter Braun on Vimeo.

 

Verleih uns Frieden from Hans-Peter Braun on Vimeo.

Lobt Gott ihr Christen from Hans-Peter Braun on Vimeo.

 

Der Mond ist aufgegangen from Hans-Peter Braun on Vimeo.

 

Bilder

Bilder: Peter Steinle und privat.

Kontakt

1. Organist Prof. Jens Wollenschläger
Tel. 07073/5091088
E-Mail: wollenschlaeger@stiftskirche-tuebingen.de