Unser Lettner

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Unser Lettner ist unser ganzer Stolz, ist er doch in einer evangelischen Kirche eine echte Rarität. Wie in vielen gotischen Kirchen bildete er einst die Schranke zwischen dem (der Geistlichkeit vorbehaltenen) Chorraum und dem Kirchenschiff der Laien, denen von dort die Lesungen ("Lettner" = "Lektorium") vorgetragen wurden.

Als mit der Reformation die Chorschranken fielen, wurden auch landauf landab die Lettner entfernt. Dass es in Tübingen anders kam, verdanken wir einer Idee Herzog Ulrichs, der 1534 in Württemberg die Reformation einführte. Er machte den Chorraum zur Grablege des Württembergischen Fürstenhauses - so konnten Gottesdienste fortan nur noch im Schiff gefeiert werden - und der Lettner stehen bleiben.