Der Turm der Stiftskirche und seine Glocken

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169 Treppenstufen gilt es den Turm hinauf zu erklimmen. Der Lohn ist ein weiter Blick aus 45 Metern Höhe über das Riesendach auf den Österberg oder über die Altstadt auf die Schwäbische Alb (Hohenzollern!) oder bis zum Schwarzwald.

Hier der Bilck Neckar abwärts Richtung Österberg:
 


 

Die Glocken
 

  Name
Gloriosa - Festtagsglocke
Dominika - Sonntagsglocke
Breuningsglocke - Große Kreuzglocke
Betglocke
Gedächtnisglocke
Kienlinglocke - die Zeichenglocke
Taufglocke
Glocke, starr aufgehängt, Schlaghammer
Glocke, starr aufgehängt, Schlaghammer
Alter
1963
1411
1469
1448
1954

1963
2014
2014
Ton
h
cis'


fis´
gis´


cis´´
 

Glocken werden eher unbewusst wahrgenommen. Ein Sonntag ohne Glocken ist dennoch kaum vorstellbar, ebenso wenig eine kirchliche Trauung. Glocken gehören zu Fest und Feier. Sie sind im weitesten Sinn Musikinstrumente im öffentlichen Raum und Erinnerungen an existentielle Dimensionen, die mitten im Trubel der alltäglichen Geschäftigkeit in Vergessenheit geraten können. In früheren Zeiten erfüllten sie als Zeichen viele Funktionen, die man am Namen der Glocke heute noch ablesen kann.
Die Dominika von 1411 ist die älteste Stiftskirchenglocke und läutete schon in der Vorgängerkirche. Wie der lateinische Name andeutet, ist es die Glocke, die am Herrentag also am Sonntag geläutet wurde.
Für die Hochfeste wie Weihnachten, Ostern etc. kam 1963 die Festtagsglocke Gloriosa, die tiefste Glocke des Stiftskirchengeläuts hinzu. Die Kreuzglocke (1469) erhielt ihren Namen durch die Erinnerung an den Gebetskampf Jesu im Garten Gethsemane am Gründonnerstag und wurde deshalb donnerstags nach dem Abendläuten geläutet. Zugleich war sie aber auch Wetterglocke, die bei herannahendem  Unwetter geläutet wurde, um Schaden abzuwenden.
Die Betglocke (1448) wurde zum Vaterunser geläutet, so dass die daheim Gebliebenen auf diese Weise mitbeten konnte, wenn die Gemeinde in der Kirche Gottesdienst feierte.
Die Gedächtnisglocke kam 1954 zum Gedächtnis an die Toten beider Weltkriege in den Turm. Die Taufglocke folgte 1953.

Im Jahr 2014 wurde ein lange geplantes Projekt von Kirchenmusikdirektor Hans-Peter Braun mit Hilfe von vielen seit 2009 gesammelten Spenden und einer großen Einzelspende verwirklicht:
Alle sieben Glocken wurden mit elektronisch steuerbaren Schlaghämmern versehen. Außerdem wurde die Tonleiter nach oben um zwei Glocken erweitert. Mit den jetzt zur Verfügung stehenden neun Glocken können komplette Choralmelodien hörbar gemacht werden, z. B. an Ostern „Christ ist erstanden“.

Mehr zum Glockenspielprojekt erfahren Sie hier.