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Ein schöner spätgotischer Raum, mit hellem Chorraum und zwei Seitenschiffen, hier feiern wir unsere Gottesdienste, über 200 im Jahr, davon über 40 als Motette.

Die Stiftskirche ist zugleich Tübingens größter und bedeutendster Konzertraum.

Kanzel, Taufstein, Chorfenster und Lettner gehören noch zur alten Grundausstattung. Der Altarraum wurde bei der letzten großen Renovierung 1964 neu gestaltet.

Die Baugeschichte ist eigentümlich und doch schnell erzählt: Im Zusammenhang mit dem ehrgeizigen Plan, eine Universität zu gründen und Tübingen zur Kulturstadt auszubauen, legte Graf Eberhard im Bart 1470 unweit der kleinen romanischen Vorgängerkirche den Grundstein für eine große neue Kirche.

Als erster Bauabschnitt wurde der Chorraum mit dem prächtigen Gewölbe in seiner heutigen Höhe und Gestalt 1476 fertiggestellt. Hier wurde die Universität 1477 gegründet, hier hielten die Sindelfinger Chorherren ihre Messen, Vorlesungen und Promotionen.

1478 wurde der Bau fortgesetzt und es entstanden bis 1498 - unter Abriß und teilweiser Einbeziehung der Vorgängerkirche - Kirchenschiff und Turm. Geldmangel führte dazu, dass zunächst nur die Seitenaltäre überwölbt wurden. Haupt- und Seitenschiff bekamen eine flache Holzdecke und erhielten erst 1866/67 ihr Gewölbe.