Kantatengottesdienste Weihnachten 2011/12
Eine Übersicht über alle Kantatengottesdienste finden Sie hier.
Sonntag, 25.12.11, 11 Uhr Stiftskirche
KANTATENGOTTESDIENST – Antonio Vivaldi (Magnificat g-moll);
Barbara Unseld (Mezzosopran), Anneka Ulmer (Alt), Kantorei der Stiftskirche, Camerata viva Tübingen, Leitung: Ingo Bredenbach
Predigt: Pfarrer Dr. Karl-Theodor Kleinknecht
Antonio Vivaldi (1678 - 1741) - hauptsächlich bekannt als Instrumental- und Opernkomponist - hinterließ ein ebenso bedeutendes Repertoire an geistlicher Musik. Sein Priesteramt und seine Stellung als langjähriger musikalischer Leiter am Ospedale della Pieta, einem großen Waisenhaus in Venedig, brachten ihm Verpflichtung und Anregungen für ein vielseitiges kompositorisches Schaffen mit Messen-Sätze und Oratorien, Psalmvertonungen und weiterer liturgischer Musik. Sie sind durchweg dem barocken vokal-instrumentalen Kantatenstil des 18.Jahrhunderts verpflichtet und zeigen einmal mehr Vivaldis hohe Meisterschaft im Entwurf prägnanter Satzformen und im Erfinden melodischer und harmonischer Ausdrucksthemen im Dienst einer bildhaften Textinterpretation. Die Chorsätze des Magnificat g-moll sind von klarer Diktion und prägnanter Thematik geprägt; mit besonderer Dramatik sind die Verse Fecit potentiam und Deposuit vertont. Das abschließende Gloria patri greift bewusst auf den Werkanfang zurück und mündet in eine Schlussfuge mit zwei Themen.
Montag, 26.12.11, 11 Uhr Stiftskirche
KANTATENGOTTESDIENST – Gottfried Heinrich Stoelzel : „Gehet zu seinen Toren ein mit Danken“; Jugendchor der Stiftskirche, Camerata viva Tübingen, Leitung: Ingo Bredenbach
Predigt: Pfr. Dr. Kim Apel
Gottfried Heinrich Stoelzel (1690–1749) war seit 1719 als Kapellmeister 30 Jahre für die Musik am Hof zu Gotha verantwortlich. Insgesamt sind von über 1000 nachgewiesenen Kantaten 480 geistliche Kantaten überliefert; Johann Sebastian Bach schätzte seinen Komponistenkollegen überaus und führte in Leipzig einige Kantaten Stoelzels auf. „Gehet zu seinen Toren ein mit Danken“ entstand im Weihnachtsfestkreis 1720/21. Auf einen prägnanten Eingangschor folgt eine Arie, in der sich ariose und rezitativische Teile abwechseln. Nach einem Weiteren Rezitativ und einer heiteren Arie folgt ein Schlusschoral mit der 5. Strophe von Luthers „Gelobet seist du, Jesu Christ“
Sonntag, 1.01.12, 11 Uhr Stiftskirche
Gottesdienst mit besonderer Musik: Werke von Giovanni Gabrieli, Hans-Peter Braun; Blechbläserquintett der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen, Hans-Peter Braun (Orgel)
Predigt: Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer
Das junge Ensemble aus Musikstudierenden der Bläserklasse von Prof. Wolfgang Guggenberger an der Musikhochschule Trossingen musiziert eine Canzone des frühbarocken venezianischen Meisters Giovanni Gabrieli (1557-1612), einen Satz aus dem Brass Quintett von Jan Koetsier (*1911) sowie eine Bearbeitung der Orgelfuge in g-moll (BWV 578) von Johann Sebastian Bach (1685-1750). Die Gemeindelieder werden durch Bläservorspiele von Hans-Peter Braun (*1950) eingeleitet, im Zentrum wird das Paul-Gerhardt-Lied "Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich" stehen.
Freitag, 6.01.12, 11 Uhr Stiftskirche
Gottesdienst mit besonderer Musik: Konzerte für Orgel und Orchester von Georg Friedrich Händel (B-Dur op. 4,2 und d-Moll op. 7,4); Camerata viva Tübingen, Horst Allgaier (Orgel)
Predigt: Prof. Dr. Christoph Schwöbel
Georg Friedrich Händels Konzerte für Orgel und kleine Orchesterbesetzung waren schon zu Lebzeiten des Komponisten, besonders in England, allgemein bekannt und beliebt. Händel selbst pflegte sie in den Pausen seiner Oratorien – und Opernaufführungen mit dem Orchester zu spielen. Formal richten sie sich nach der italienischen Concerto-grosso-Form, d.h. sie bevorzugen den Wechsel von Tutti und Solo. Im Charakter sind diese meist viersätzigen Werke spielmusikartig gearbeitet mit hörbarer Freude des Komponisten an virtuosen Figurengruppen und Läufen
Sonntag, 8.01.12, 11 Uhr Stiftskirche
KANTATENGOTTESDIENST – Dietrich Buxtehude („Singet dem Herrn“);
Maja Molière (Sopran), Judith Erchinger (Violine), Martin Jantzen (Violoncello), Dorothea Mohr-Sigel (Orgel)
Predigt: Hochschulpfarrer Michael Seibt (im Rahmen der Hochschulreihe)
Die mehrsätzige Solokantate „Singet dem Herrn“, von Dietrich Buxtehude urspünglich für die Aufführung in der Lübecker Marienkirche komponiert, stellt in seinem Schaffen aufgrund der Verwendung nur eines Soloinstrumentes ein Unikat dar: nur eine einzige, dafür aber umso virtuosere Geige lässt er mit dem Solo-Sopran konzertieren. Imitatives Wechselspiel der beiden Solisten und dramatische Gesamtsteigerung durchziehen das kunstvolle Werk, dem Worte aus Psalm 98,1-4 zugrunde liegen. Am Ende entfaltet die Musik das Wort ‘singet’ durch mehrtaktige Koloraturen; Jauchzen, Singen, Rühmen, Loben erleben in diesem Vertonung mit kleiner Besetzung eine prachtvolle Entfaltung.
Sonntag, 4.03.12, 11 Uhr Stiftskirche
KANTATENGOTTESDIENST – Johann Sebastian Bach: „Ich hatte viel Bekümmernis“ (BWV 21); Susan Eitrich (Sopran), ensemble subito (Kammerchor des Musikwissenschaftlichen Instituts Tübingen), Leitung: Ann-Katrin Zimmermann
Predigt: Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer
Johann Sebastian Bach schätzte seine Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“ offenbar sehr: Er führte sie mehrfach und zu verschiedenen Anlässen auf. Sie ist „per ogni tempo“ im Kirchenjahr einsetzbar und widmet sich dem tatsächlich allzeit aktuellen Thema der verängstigten, gequälten Seele, die im Glauben Trost und Zuversicht findet. Die Kantate eröffnet nach der instrumentalen Klage einer solistischen Oboe mit programmatischen Rufen des Chors: „Ich, ich, ich! Ich hatte viel Bekümmernis“. Erst nach kurzem Innehalten in einer Fermate wird dieser Klage bereits hier die zentrale Botschaft der Kantate entgegengestellt: „aber: Deine Tröstungen erquicken meine Seele.“ Die Seele des Einzelnen, verkörpert vom Solo-Sopran, bringt im ersten Teil stellvertretend die Sorgen und Bekümmernisse des Individuums in expressiven Arien zum Ausdruck. Im zweiten Teil, nach der Predigt zu musizieren, gesellt sich ihr im Bass der liebende und Trost spendende Heiland bei: Der Jubel der Seele mündet in den großen, feierlich im Trompetenglanz erstrahlenden Lobpreis des Chores – nicht ohne in einer pathetischen Einleitung zugleich auf die Bedeutung des Kreuzestodes für diese Erlösung hinzuweisen. Der gewichtige Chor-Anteil prägt diese Kantate: er formuliert immer wieder die zentralen Anliegen und allgemeinen Aussagen in Psalm- und Offenbarungsworten und Choralstrophen.
Aktuell
„Missa in Jazz“ in der Motette
In der Motette in der Stiftskirche Tübingen am 25. Februar 2012, 20 Uhr, wird die „Missa in Jazz“ von Peter Schindler für gemischten Chor, Orgel, Saxophon und Drums zu hören sein.
Aktuelle Bürgerbefragung zur Tübinger Kulturkonzeption
Kirchenmusik, Chormusik und klassischen Konzerte haben sich in der Zufriedenheitsskala als führend erwiesen. Damit die Ergebnisse der Befragung nun auch in die Kulturkonzeption Tübingens einfließen, hat Stiftskantor Ingo Bredenbach eine Postkartenaktion gestartet - die Chance, den Bürgerwillen zu bekunden!
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Evangelischer Bezirkskirchentag Tübingen Bis zu 10.000 Besucher erwartet – Lothar Späth und Nils Schmid als Referenten. |
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