Umwelt-Audit

Aktuelle Informationen aus dem Umweltbüro der Landeskirche: hier

Das Umwelt-Audit-Team trifft sich regelmäßig: 

Einmal jährlich zur Begehung von Gemeindehaus und Kirche: Sa 16.03., 9-12 Uhr
Zu regelmäßigen Sitzungen:
Mo 29.04.2019 jeweils 20:30 -22 Uhr, Gemeindehaus Lamm, Sitzungszimmer
Mo 13.05.2019 20:30            
Mo 24.06.2019 20:30        
Mo 22.07.2019 20:30        
Mo 16.09.2019 20:30            
Mo 14.10.2019 20:30            
Mo 11.11.2019 20:30   

Plastik! Keine schöne heile Welt 

Wie vermeide ich Plastik im Alltag, beim Einkaufen oder beim Coffee to go? Alternativen zu Plastik- und Einwegverpackungen gibt es, aber wo bekomme ich sie? Wie kann ich in Tübingen ohne Plastik und überhaupt mit möglichst wenig Verpackung einkaufen? Informationen und Ideen dazu gibt das Umweltaudit-Team in einer kleinen Ausstellung ab Ende März im Schaufenster der Kirche am Markt.
Die Ausstellung ist auch unser Beitrag zur Nacht der Nachhaltigkeit am Freitag, 24. Mai. 

Plastik - Ein Problem für die Umwelt

Sind Biokunststoffe hilfreich oder schädlich?

1950 wurden ca 1,5 Mio Tonnen Plastik pro Jahr hergestellt, heute sind es fast 300 Mio.  Etwa 75 % des Mülls, der jährlich in die Meere gespült wird, bestehen aus Kunststoff und bedrohen das Leben vieler Tierarten. 

Ist „Biokunststoff“ oder „Bioplastik“ eine Alternative?

Eher nein. Die Vorsilbe „bio“ ist irreführend. Bioplastik wird „biobasiert“ aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, etwa aus Mais oder Kartoffeln. Das heißt aber nicht, dass er biologisch abbaubar ist. Vorrangig sind es PLA-Kunststoffen (Polylactide), die aus Polymilchsäuren entstehen. Sie sind biokompatibel, also ohne negativen Einfluss auf Lebewesen in ihrer Umgebung.  

Für Biokunststoffe gibt es noch keine einheitliche Kennzeichnung. Das macht es für uns Verbraucher schwer, den jeweiligen Typus zu erkennen.

In der Ökobilanz bringt die biologische Abbaubarkeit bei Biokunststoffen keine Vorteile. , Für einen Abbau im eigenen Garten sind die Temperaturen im Gartenkompost in der Regel zu niedrig.
Solange Bio-Kunststoffe nicht sinnvoll recycelt werden können, ist die Verbrennung zusammen mit dem Hausmüll empfehlenswerter, da die freiwerdende Energie sich so zumindest als Strom oder Wärme nutzen lässt.

Einwegflaschen aus sogenanntem „Öko-PET“, Trinkjoghurtflaschen aus Zuckerrohr oder Coffee-to-go-Becher aus Papier und Bioplastik werden laut der Deutschen Umwelthilfe DHU nicht schneller abgebaut als herkömmliche Kunststoffe.

Die DHU fordert ein Ende des Greenwashings von Wegwerfverpackungen aus Bioplastik und fordert Maßnahmen zur Abfallvermeidung durch ressourcenschonende Mehrwegsysteme

Ein sinnvoller Ansatz zur Plastikvermeidung wäre die Einführung einer Verpackungssteuer auf Einmalgeschirr, wie bei den Gebühren für Plastiktüten.

FAZIT:

Plastikmüll wird nicht umweltverträglich, wenn er aus Biokunststoff besteht – Derzeit gibt es keine gesamtökologischen Vorteile von Biokunststoffen gegenüber solchen aus fossilem Rohöl – Hersteller und Händler sollten anstelle von Bioplastik auf Mehrwegverpackungen umstellen.

Quellen

Recyclingmagazin 2017/09,27, Umweltbundesamt 08.06.2017.08.2018

Verbraucherservice Bayern, 23.06.2016

 

Die Problematik des Mikroplastiks

An Gewässern finden wir oft Plastikmüll wie Tüten oder Flaschen. Weniger offensichtlich aber ebenso häufig sind mikroskopisch kleine Kunststoffe: Mikroplastik. Dabei handelt es sich um feste und unlösliche synthetische Polymere (Kunststoffe), kleiner als fünf Millimeter.

200 Mio Tonnen Plastik werden pro Jahr produziert, 3-13 % davon landen im Meer: 

13000 Plastikteilchen pro Quadratkilometer.

Zum primären Mikroplastik gehören die sog. Basispellets, Grundmaterial für die Plastikproduktion und für die Kosmetik- und Textilindustrie (z.B. als Schleifmittel, Bindemittel, Füllmittel und Filmbildner).

Sekundäres Mikroplastik entsteht beim Zerfall größerer Kunststoffteile im Verwitterungsprozess durch Wellenbewegung und Sonneneinstrahlung.

Beide Formen des Mikroplastiks verbleiben über Jahrzehnte im Meer und werden mit den Strömungen überall verbreitet.

Die Kunststoffe aus den Kosmetika geraten durch das Abwasser in die Kläranlagen, wo sie oft nicht herausgefiltert werden können und damit in die Umwelt und unsere Gewässer gelangen.

In welcher Form und Größe der Kunststoff im Produkt vorliegt, können wir Verbraucher nicht erkennen, da es keine Kennzeichnungen gibt.

Mikroplastik findet sich in allen Tiefen des Meeres und wird von den Lebewesen als Nahrung aufgenommen. Es wirkt wie ein Magnet für Schadstoffe aufgrund seiner physikalischen und chemischen Eigenschaften. Außerdem enthält der Kunststoff bereits Chemikalien, die während der Produktion hinzugefügt werden. Wenn Tiere diese Mikroplastikteilchen fressen, nehmen sie die Schadstoffe mit auf.

Wie können wir Mikroplastik vermeiden?

Der Mikroplastik-Einkaufsratgeber des BUND listet die häufigsten Kunststoffe in Kosmetika auf. Weitere Empfehlungen kann man unter https://utopia.de/ finden

Projekte

Eine Architektin der RWTH Aachen hat das Projekt „Pacific Garbage Screening“ ins Leben gerufen. Mit einem Team von 18 Mitstreitern. möchte sie mit einem überdimensionalen Filter die Meere vom Plastikmüll befreien.

Das Prinzip ist einfach: eine Plattform beruhigt durch ihre Bauweise die Strömung des Meeres an der Stelle, an der sie verankert wird bis in eine Tiefe von etwa 50 Metern. Das ist wichtig, denn nur durch die Verwirbelungen und Strömungen im Meer werden die Plastikteilchen nach unten gezogen — eigentlich würden sie an der Oberfläche schwimmen, da sie leichter sind als Wasser. Sobald die Teilchen aufgestiegen sind, können sie dort abgeschöpft werden.

Da Plastik eigentlich kein Abfall ist, sondern eine wertvolle Ressource, basierend auf Erdöl, einem endlichen Rohstoff, sollte es nicht verbrannt, sondern nachhaltig genutzt und recycelt werden.

Dr Roswitha Meyer

 

Quellen

https://www.bund.net/meere/mikroplastik/

https://utopia.de/

https://www.aachener-zeitung.de/nrw-region/das-plastik-die-meere-und-eine-grosse-idee-aus-aachen

https://www.startnext.com/pgs

https://www.pacific-garbage-screening.de/

 

 

Die Stiftskirchengemeinde Tübingen darf sich glücklich schätzen ein Umwelt-Audit in der Gemeinde zu haben, das sich um umweltpolitische Themen kümmert und dafür Ansprechpartner ist, auch zur Koordination und Einhaltung des "Grünen Gockels".
 
 

Daten - Fakten - Leitlinien

Ökologische Leitlinien

Kontakt

Daten - Fakten - Leitlinien 

Umweltmanagement in der Kirche?

Wir Menschen sind Teil der Schöpfung Gottes, mit dem Auftrag, sie zu "bebauen und zu bewahren". Aus diesem Auftrag heraus wurde der Prozess "Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung" angestoßen, aus dem sich in der konkreten Umsetzung die Idee des Kirchlichen Umweltmanagement herausgebildet hat.

Was ist Umweltmanagement?

Im Umweltmanagement oder Umweltaudit werden die direkten und die indirekten Auswirkungen des eigenen Handelns der Gemeinde auf die Umwelt erfasst. Mit Hilfe dieser Daten werden systematisch Maßnahmen initiiert, die Auswirkungen auf die Umwelt verbessern. Alle drei Jahre überprüft ein/e unabhängige/n Gutachter/in die Einrichtung und bestätigt gegebenenfalls die Erfolge.

EMAS und der Grüne Gockel

Nach erfolgreich bestandener Überprüfung kann der Grüne Gockel verliehen werden. Der Grüne Gockel lehnt sich dabei an die Umweltmanagement-Verordnung der Europäischen Gemeineschaft EMAS ("Environmental Management and Audit Scheme") (Früher auch als Öko-Audit-VO) an. Diese Verordnung stellt den Rahmen dar, eine kontinuierliche, dauerhafte und überprüfbare Verbesserung für die Bewahrung der Schöpfung zu leisten. Der "Grüne Gockel" ist dabei eine speziell für Kirchengemeinden und kleine kirchliche Einrichtungen entwickelte Form des Umweltmanagementsystems. Wesentliche Ziele sind:

  • Stetige Verminderung der Umweltbelastung
  • Verbesserung der Umweltleistung
  • Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit in der Gemeinde zu fördern

Unsere Vorsätze: Die Umweltleitlinien:

Um den nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen unserer Erde nachhaltig zu gewährleisten und somit die weiteren Erhalt von Gottes Schöpfung zu fördern, beschloss der Kirchengemeinderat am 14.06.2002 im Namen der Gemeinde die Ökologischen Leitlinien der Stiftskirchengemeinde, an denen jedes Gemeindemitglied seine Handlungen messen kann (s.u.).

Unsere bereits erreichten Erfolge:

Seit 1997 wird in allen Tübinger Kirchengemeinden streng durch das Energiemanagement auf die Verbräuche geachtet. Seit 2003 besitzt die Stiftskirchengemeinde ein Umweltmanagementsystem, in dem die Fortschritte in einer Kennzahlentabelle festgehalten und von außen überprüft werden.

Wir machen noch weiter: ein kleiner Teil des Umweltprogrammes:

Bis 2009 haben wir das Ziel unseren CO2-Ausstoss durch Heizenergieverbrauch um mindestens weitere 5% zu senken. Dies möchten wir durch ökologisch verträgliche neue Wärmequellen in der geplanten Heizungserweiterung für Kapelle und Sakristei erreichen. Zudem möchten wir die Isolierung der Fenster und der Decke in der Stiftskirche prüfen, insbesondere durch  fachkundige Beratung. Zudem wollen wir unsere Heizungseinstellungen weiter optimieren. Haben Sie Ihre Heizung schon optimiert?

Unseren CO2-Ausstoss durch Stromverbrauch möchten wir bis 2009 um weitere 5% senken. Wir prüfen die Umstellung auf "umweltverträglicheren" Strom in der Stiftskirche. Wir beschriften unsere Lichtschalter und verbessern die Beratung bei neuen Bürogeräten. Der konsequente Einsatz von Energiesparlampen wird weiter umgesetzt.

Wir teilen unser Wissen und unterstützen den EMAS-Konvoi der Tübinger Kirchengemeinden. 17 Einrichtungen darunter 7 Kirchengemeinden (sechs evangelische und eine katholische) sind auf dem Weg zum Umweltmanagementsystem.

Wir helfen mit - Sie können es auch!

Lust mit zu machen?

Helfen Sie mit einem transparenten, dauerhaften, glaubwürdigen und umkehrbaren Prozess anzustoßen.

Weitere Informationen:

- Umweltbericht 2018 der Stiftskirchengemeinde Tübingen
- Zertifikat 2014
- Zertifikat 2010

Das Umweltaudit-Team:
Umweltbeauftragter der Stiftskirchengemeinde:
Tobias Hüttner (Kontakt über das Pfarramt: Tel. 79525420), zuständig für Auditfortschreibung und Berichtswesen;
Eva Arnold-Schaller, 1. Vorsitzendes des KGR;
Daniel Borchers, Hausmeister Gemeindehaus Lamm;
Michael Harder, Experte für biologische Themen, Nachhaltigkeit, Konfipraktikum "Nisthilfenbau";
Dr. Roswitha Meyer, Expertin für Umweltschutz, Chemie, Abfallmanagement;
Dieter Schweizer, Mitglied im KGR und im Bauausschuss, Vorsitzender der Gesamtkirchengemeinde;
Georg Stöhr, Mesner;
Lutz-Michael Vollmer, Mitglied im KGR, kirchlicher Umweltauditor, ehemaliger Umweltreferent;
Susanne Wolf, geschäftsführende Pfarrerin.

 

Ökologische Leitlinien der Stiftskirchengemeinde Tübingen

Um den verantwortlichen Umgang mit den Ressourcen unserer Erde nachhaltig zu gewährleisten und so den weiteren Erhalt von Gottes Schöpfung zu fördern, beschloss der Stiftskirchengemeinderat erstmals am 13. Juni 2002 Umweltleitlinien der Stiftskirchengemeinde. Folgende aktualisierte Fassung wurde am 18. September 2009 durch Beschluss bekräftigt:

1. Wir glauben, dass wir diese Erde und unser Leben dem Wirken Gottes verdanken. Dies verpflichtet uns zum Einsatz für den Erhalt seiner Schöpfung.
Wir betrachten den Schutz der Natur und der Umwelt als eine wichtige Aufgabe. Im Rahmen unserer kirchlichen Arbeit verpflichten wir uns, zu einer stetigen Verbesserung des Umweltschutzes beizutragen.

2. Wir treffen Entscheidungen in Solidarität mit anderen Regionen der Welt.
Wir gehen in unserer Kirchengemeinde mit den Rohstoffen dieser Erde so um, dass unsere Lebensqualität nicht auf Kosten von Menschen in anderen Regionen der Einen Welt geht. Wir lernen von Erfahrungen der weltweiten Ökumene lernen und nehmen umweltfreundliche Techniken auf.

3. Wir tragen unserer Verantwortung für die künftigen Generationen Rechnung, indem wir Nachhaltigkeit zum Entscheidungskriterium unseres Handelns machen.
Wir nehmen den Impuls der Agenda 21 (Rio de Janeiro, 1992) mit ihren ökonomischen, ökologischen und sozialen Zielen auf. Wir tragen aktiv bei zur Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre auf einem Niveau, auf dem eine gefährliche, menschenverursachte Störung des Klimasystems verhindert wird. Wir berücksichtigen die begrenzte Regenerationsfähigkeit der Ökosysteme. Wir tragen der Tatsache Rechnung, daß die Vorräte an Erdöl und Erdgas nur noch für wenige Generationen reichen und streben die Umstellung unseres Energieverbrauchs auf regenerative, CO²-neutrale Energiequellen an.

4. Wir achten bei der Auswahl von Lieferanten, Dienstleistern und Produkten auf ökologische und soziale Qualität.
Bei der Vergabe von Aufträgen fragen wir nicht nur nach dem Preis, sondern auch nach dem Unternehmensleitbild und –profil der anbietenden Firmen und Hersteller im Blick auf Nachhaltigkeit, fairen Handel, faire Arbeitsbedingungen und gerechte Entlohnung.

5. Wir fördern gesunde Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen.
Wir achten bei Renovierungen, Ausstattung und Reinigung der Räume auf umweltfreundliche Materialien. Kirchliche Gebäude und Grundstücke bieten Lebensmöglichkeiten für Pflanzen und Tiere.

6. Wir verbinden Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit miteinander.
Wir suchen nach Konzepten und Modellen, Umweltschutz wirtschaftlich zu gestalten. Sparsame Nutzung von Rohstoffen und Energieträgern mit wirtschaftlich vertretbarer neuer Technik schont die Umwelt und spart Kosten. Bei langfristig wirkenden Entscheidungen berücksichtigen wir die voraussehbare Entwicklung der Energiekosten sowie die Kosten, welche aus Umweltschäden resultieren.

7. Wir suchen bei unseren Vorhaben diejenigen Wege, welche die Umwelt am wenigsten belasten.
Wir halten die Umweltrechtsvorschriften ein. Wir vereinbaren ein Umweltprogramm und betreiben ein Umweltmanagement, für welches Verantwortliche benannt werden. Wir erheben regelmäßig unsere Ökobilanz und bewerten unsere direkten und indirekten Umweltauswirkungen. Wir überprüfen regelmäßig unsere Ergebnisse und aktualisieren das Umweltmanagementsystem.

8. Wir behandeln Schöpfungsverantwortung und Umwelterziehung in der Verkündigung
und in unseren Kreisen und Gruppen.
Wir erarbeiten gemeinsam mit LeiterInnen von Gruppen einen verantwortlichen Umgang mit Energie und Ressourcen (bei Heizung, Wasser, Lebensmitteln, Papier und Entsorgung…) Wir vermitteln unsere Anliegen auch den Mietern unserer Gebäude, den Gruppenmitgliedern und Besuchern unserer Veranstaltungen und machen Umweltfragen zum Thema unserer Erwachsenenbildung.

9. Wir fördern die Umsetzung dieser Leitlinien durch Einholung qualifizierter Beratung und tauschen Erfahrungen mit anderen Stellen und Einrichtungen aus.
Wir nehmen teil am Öko-Audit der Evangelischen Landeskirche und sind mit dem „Grünen Gockel“ zertifiziert. Wir verstehen uns als Teil einer weltweiten ökologischen Lerngemeinschaft.

Kontakt

Pfarramt Stiftskirche
Tel. 07071/79525420
E-Mail: gemeindebuero.tuebingen.stiftskirche@elkw.de