Andachten in der Fastenzeit in der Stiftskirche - jeden Mittwoch um 12 Uhr

Spielraum! Sieben Wochen ohne Blockaden - Wie schön wäre das: Spielräume mitten im Lockdown, barrierefrei leben sieben Wochen ohne Blockaden. Wie schön das wäre, wollen wir mit Ihnen ausprobieren und laden Sie ein, auf verschiedenen Wegen, ganz wie es Ihnen beliebt, dem Motto der diesjährigen Fastenaktion der Evangelischen Kirche in Deutschland zu folgen. Die Wochenthemen haben uns inspiriert zu Andachten in der Stiftskirche mittwochs um 12 Uhr.

Die Mittagsandachten aus der Stiftskirche zum Anhören

24.02.2021 - ALLES AUF ANFANG

Pfarrerin Susanne Wolf.

3.03.2021 - VON DER ROLLE - ACH, JEREMIA

Pfarrer Kim Apel

Kurzimpulse aus dem Gemeindebrief

Hier finden Sie die Kurzimpulse zu den Wochenthemen und den zugrundeliegenden biblischen Texten, die wir für den Gemeindebrief geschrieben haben:

WOCHE 1: ALLES AUF ANFANG – SPRÜCHE 8,23.29-31

Anfangsbegeisterung statt Endzeitstimmung – dazu stiftet Frau Weisheit an. Sie war schon bei Gott, bevor alles geschaffen wurde: Zeugin der schöpferischen Taten, spielende Begleiterin Gottes, Freundin der Menschen. Frau Weisheit lässt uns heilsame Grenzen sehen und darin Spielräume fürs Leben entdecken, für uns und unsere Mitgeschöpfe. Alles auf Anfang – wie befreiend, neu beginnen zu können, wenn so vieles festgefahren scheint. Lassen wir uns von Frau Weisheit verlocken zum Spielen, uns zur Freude, ihr zur Lust. Susanne Wolf

WOCHE 2: „ACH“ – JEREMIA 1,4–8

Das erste, was wir von Jeremia hören, ist ein tiefer Seufzer: „Ach!“ Gott will ihn zum Propheten machen, aber Jeremia hat Angst: Dieser Aufgabe ist er doch niemals gewachsen! Er ist zu jung, zu unerfahren, zu unbedeutend. Angst aber blockiert, weshalb Jeremia sich wehrt. Und Gott? Gott spricht Jeremia nicht auf sein Können an, seine Fertigkeiten, seinen Mut. Um seine Blockade zu lösen, macht er ihm vielmehr Mut, sagt ihm seine Nähe zu: „Du gehörst schon immer zu mir, noch ehe ich dich im Mutterleibe bereitete … Hab also keine Angst, ich bin bei dir und werde es immer sein!“ Und Jeremia? Jeremia nimmt die Aufgabe an, begibt sich mitten hinein in die ihm gestellten Zumutungen. Seine Angst,
seine Zweifel: sind immer noch da. Nur blockieren tun sie ihn nicht mehr. Kim Apel

WOCHE 3: DAS SPIEL MIT DEM NEIN – 2. MOSE 1,15-20

Spielräume entdecken – auch wo es scheinbar keine gibt. Der Pharao von Ägypten hatte einen grauenvollen Befehl gegeben: Auslöschung der Israeliten durch Zwangsarbeit. Den Hebammen Schifra und Pua befahl er: Alle männlichen Kinder sollten sie gleich bei der Geburt töten. Es scheint aussichtslos. Trotzdem entdecken die beiden Frauen ihren Spielraum. Sie fürchteten Gott, heißt es. Ins Leben helfen, das ist ihr Beruf. Dem folgen sie auch jetzt, unbedingt. Sie sagen nicht offen nein. Sie ignorieren den Befehl einfach. Die hebräischen Frauen, so sagen sie, haben ihre Kinder immer schon zur Welt gebracht, bis sie kommen. Eine List. Sie rettet den Kindern das Leben. Mitten in der Ausweglosigkeit, trotz Bedrohung und Hass schaffen sie mit klugem Widerstand eine Perspektive. Einen Spielraum gibt es immer. Auf diese Spur weist die dritte Fastenwoche. Elisabeth Hege

WOCHE 4: DIR ZULIEBE! – 1. KORINTHER 13,4–7

Liebe erträgt und duldet alles heißt es in dem Brief an die Gemeinde von Korinth. Wenn Gottes Liebe und Gnade auch grenzenlos ist – im menschlichen Miteinander regt sich angesichts dieser Grenzenlosigkeit auch Widerspruch. Hier ist Liebe ein Drahtseilakt aus Großzügigkeit
und Vertrauen, Freiheit und Absprache. Spielraum, den wir immer wieder neu vermessen. Andrea Bachmann

WOCHE 5:„GEHT DOCH!“ – GENESIS 13,1–11

Schauen, was möglich ist, auch im Konfliktfall, darum geht’s in dieser Fastenwoche. Gerade dann Spielräume ausloten, wenn es scheinbar
keine gibt. Abram und Lot sind in Streit geraten. Da schlägt Abram eine Trennung vor: „Denn wir sind Brüder“. Um des Friedens willen müssen beide neue Räume erkunden – ohne den anderen. Claudia Lempp

WOCHE 6: RICHTUNGSWECHSEL – 4.MOSE 22,21–32

Bileam lässt sich von Mächtigen manipulieren und begibt sich auf einen Weg, den er eigentlich nicht gehen will. Aber das, was er verleugnet, kommt ihm in die Quere; nur die von ihm geschundene Eselin sieht, was er nicht sehen will, und rettet ihn. Manchmal helfen Blockaden
auch weiter: nicht den eigenen Willen durchzusetzen, sondern darauf zu achten, mit welchen oft rätselhaften Zeichen Gott uns den Weg weist.
Helmut Schneck

WOCHE 7: DIE GROSE FREIHEIT – MARKUS 16,1–4

Etwas verhuscht wirkt der junge Mann, traut sich nicht, seinem Gegenüber in die Augen zu schauen. Zuzugeben, dass er dringend Begegnung benötigt, fällt schwer. Manchmal spielt Scham eine große Rolle und baut ein Hindernis in Begegnungen auf, die Corona Pandemie trägt dazu bei.
Die Frauen am Ostermorgen sprechen ihre Sorge aus: „Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?“ Im Aussprechen wird schon das Problem gelöst: Scham wird verändert: Macht Euch auf den Weg – miteinander und zueinander, dann wird manche Hürde überwindbar. Klaus Forschner