Die drei Patrozinien der Stiftskirche

St. Georg, Maria und Martin. Wie kommt die Stiftskirche zu drei Patrozinien? Zuerst war die Stiftskirche eine St. Georgskirche. Es war die Friedhofskapelle der Stadt, und nach dem Übergang zum Haus Wirtemberg auch die Privatkirche der Grafen. Dann kam die Georgskirche in die geistliche Obhut der Zisterzienser von Bebenhausen, und wurde umgebaut. Im Zuge dieser Veränderungen kam Maria als Schutzpatronin dazu. Als dann die Stiftsherren von St. Martin in Sindelfingen zum ersten Professorenkollegium der neuen Universität berufen wurden, brachten sie ihren Hausheiligen St. Martin mit.

Hauptpatron ist der Heilige Georg. Aus dem 15. Jahrhundert finden sich vier Darstellungen in der Kirche. Abgebildet ist hier die Figur, die ursprünglich außen am Chor angebracht war und jetzt im Inneren der Stiftskirche zu finden ist.

 

Auch die zweite Patronin, Jesu Mutter Maria, ist im Maßwerkfenster, in mehreren Gewölbe-Schlusssteinen und an der Kanzel dargestellt. Vor allem aber ist ihr das zentrale Hauptfenster im Chorraum, noch von Graf Eberhard selbst gestiftet, gewidmet. Die hier abgebildete Darstellung findet sich heute in der Vorhalle.


 

Last but not least der Heilige Martin, allseits bekannt durch die Legende von der Teilung des Mantels mit dem frierenden Bettler. Davon erzählt nicht nur ein besonders schönes Fenstersegment im Chorraum (vorn die Sindelfinger St.Martins-Chorherren, die es als erste Pro­fessoren der Universität stifteten), sondern auch das Fenstermaßwerk, das jeden Sonntag aufs neue die Kinder beeindruckt, die im Martins­zimmer während des Gottesdienstes spielen und malen.