Der Schäufelein-Altar

Der "Tübinger Passionsaltar" ist ein Retabel (Altaraufsatz) aus dem Jahr 1520, das nicht zur Erstausstattung der Stiftskirche gehört. In der Zeit vor der Reformation gab es in den 14 Nischen der Kirche noch insgesamt 14 Altäre mit verschiedenen Heiligenbildern. Im Zuge der Reformation wurden diese entfernt. Der Passionsaltar im Chor wurde wohl bei der Einrichtung der Grablege mit den älteren Grabdenkmälern an der Südwand befestigt, wo er der Gemeinde von nun an nicht mehr als Altar diente. 1964 wurde das Retabel aufwändig restauriert und an seinen jetzigen Platz gebracht.

Der "Tübinger Passionsaltar" ist von 1520 und wird einem "Meister IS mit der Schaufel" zugeordnet, einem ehemaligen Gehilfen des Malers Hans Schäufelein, der wiederum sein Handwerk bei Albrecht Dürer gelernt hat.

In der Advents- und in der Passions­zeit wird der Altar geschlossen. Dann lädt die eindrucksvolle Gethsemane-Szene zur Betrachtung ein. Zu sehen sind die schlafenden Jünger, eine den Judenhass jener Zeit offenbarende Judasfigur, sowie die freundlichen Stifterfiguren rechts unten.